Rother Bluestage 2018

im 27. Jahr im mittelfränkischen Roth

Foto: (c) Sari Schorr

Die Rother Bluestage öffnen sich offiziell dem Rest der populären Musik: Was in den vergangenen Jahren schon zur praktizierten Gewohnheit geworden war, verkündeten die Festival- und Kulturfabrik-Chefinnen Monika Ammerer-Düll und Silke Rieger nun auch offiziell: die Abkehr vom programmatischen Blues-Purismus.

ROTH — Zwölf Konzerte soll es bei den 27. Rother Bluestagen geben, die am Samstag, 17. März 2018, in der Kulturfabrik beginnen und am Sonntag, 25. März, am selben Ort enden. Geboten sind neben dem Blues auch Soul, Funk, Jazz und Pop – nicht zuletzt, weil sich mancher „Wiederkehrer“ mittlerweile stilistisch gewandelt hat.
Roths Bürgermeister Ralph Edelhäußer betonte bei der gestrigen Pressekonferenz auf der Kufa-Bühne, dass das Festival für die Stadt eine ebenso große Bedeutung hat wie der alljährliche Triathlon: In Roth werde die Kultur ebenso intensiv wie der Sport gepflegt und unterstützt.
Dem Thema „Blues“ füge das diesjährige Programm eine gewisser Glamour-Komponente hinzu, meint Monika Ammerer-Düll; obwohl „Roth nicht Las Vegas“ sei, wie die Kulturmanagerin im selben Atemzug betont.
Zum Festivalstart am Samstag, 17. März, 20 Uhr, in der Kufa, geben sich zwei deutsche Formationen die Klinke in die Hand: San2 und Soul Patrol kennt man von den Wendelsteiner Nachbarn, wo sie vor einiger Zeit zu später Stunde den Jugendtreff mit gnadenlos groovendem Soul fluteten. In Roth obliegt ihnen der Anheizer-Job für Festival-Dauergast Henrik Freischlader, der sich nach den Worten Silke Riegers „immer wieder neu erfindet“ und sich in zwei Jahren stärker weiter entwickle als andere Musiker in zwei Jahrzehnten.
Einen Tag später steht mit dem Quartett Dr. Feelgood eine legendäre Combo des weißen britischen Blues erstmals auf der BluestageBühne. Nicht nur Nostalgiker werden hier fröhlich mitrocken.
Eine gern gesehene „Wiedergängerin“ ist die New Yorker Powerfrau Sari Schorr, die am Dienstag, 20 März, mit neuer Band nach Roth kommt, nachdem sie vergangenes Jahr die Wände der Galaxy Bar Lounge zum Wackeln gebracht hatte. Mit dabei sein wird der aufstrebende britische Supergitarrist Ash Wilson.
Einen Hauch französische Lässigkeit bringt das Funk-Quintett Electro Deluxe mit, bei dem nur der Leadsänger James Copley durch seine US-amerikanische Herkunft aus den Baguette-Rahmen fällt (Mittwoch, 21. März, Kulturfabrik). Ebenfalls am Mittwoch gibt sich der niederländische Sänger und Songschreiber Ralph de Jongh in der Galaxy Bar Lounge die Ehre. Markenzeichen: Holzclogs als Schlagzeug.
Vor drei Jahren war Jesper Munk ein Blues-Newcomer mit Whiskystimme und Songs, die nach der Lebenserfahrung eines 80-Jährigen klangen. Inzwischen hat der Mädchenschwarm Image und Stil korrigiert und kommt dem Publikum sanft und soulig. Am Donnerstag, 22. März, in der Kufa.
Die längst traditionelle Bluestage-Rocknacht bestreitet das Urgestein Savoy Brown mit Frontmann Kim Simmonds. Im Vorprogramm lässt es die virtuose Gitarrenhexe Yasi Hofer am Freitag, 23. März, in der Kufa kräftig krachen. Nebenan in der Galaxy Bar Lounge gibt es an diesem Abend im Doppelpack Krautblues vom Dresdner Punkblueser Andi Valandi und bluesigen Dialektstoff von Karin Rabhansl, die auch für ein paar spannende Livemusik-Minuten bei der Pressekonferenz sorgte.
Unangefochtener Headliner der Bluestage ist der 75-jährige Funk-Doyen Maceo Parker, der mit seinem Saxofonsound einst die Musik des Godfather of Soul James Brown prägte und die Kufa am Samstag, 24. März, zum Kochen bringen dürfte.
Nebenan im Gasthaus zur Linde serviert das Chamber Blues Trio fränkisch bodenständigen Rootsblues. Und an der neuen Spielstätte Schwanensaal am Marktplatz stellt Bluesrocker Danny Bryant sein neues Bigband-Projekt vor.
A cappella durch die Popgeschichte geht es zum Festival-Finale am Sonntag, 25. März, in der Kufa mit den fulminanten Sängern von Naturally 7: Stimmgewalt und ganz viel Fantasie.
Karten bei allen bekannten Vorverkaufsstellen.
Weitere Informationen zum Programm, Anfahrten, Karteninformationen usw. auf www.bluestage.de.

Für alle die während der Rother Bluestage nich nach Roth kommen können, gibt es hier bei Stagebilder.de wie immer in Kürze nach der Veranstaltung die aktuellen Bilder.