Review: Volle Kraft Voraus – Eisbrecher 2016

Auf "Volle Kraft Voraus" Tour im Palladium Köln

Eisbrecher 2016 Foto: Claudia Finke - stagebilder.de

Eine bunte musikalische Reise durch das bisherige Schaffen bietet die Volle Kraft Voraus -Tour der Kultband Eisbrecher. Das Team von stagebilder.de hat sich die Show im Kölner Club Palladium angeschaut – und war restlos begeistert.

Pünktlich um 19.15 Uhr betreten die vier Osnabrücker One I Cinema die große Bühne im Palladium in Köln. Nach einem langsamen Intro geht es mit dem Song Falling Into Deep kraftvoll weiter. Es folgen eine Handvoll Songs aus dem Debütalbum der Band. Neben sehr rockigen Songs zeigt die Gruppe mit der Ballade If Anyone Cared eine ganz andere Seite. Leider reagiert das Publikum recht zurückhaltend und der Funke springt nicht richtig über. Am Ende servieren die vier noch ihre Debüt-Single Not My Fault von 2015. Man darf gespannt sein, wie sich das erst 2013 gegründete Quartett in Zukunft entwickelt. [Bildergalerie von ‚One I Cinema‘ in Köln]

Als zweiter Support geht die Unzucht auf die Bühne. Für dieses Jahr waren an sich zunächst nur Supportshows und Festivals angekündigt. In letzter Zeit war es auch recht ruhig um die Band geworden. In Köln geben die Musiker allerdings bekannt, dass sie im November eine eigene Tour zum dann erscheinenden neuen Album Neuntöter spielen wollen, in deren Rahmen sie auch wieder in Köln auftreten werden. In dem relativ kurzen Unzucht-Set werden Klassiker wie Unendlich als Einstieg, Schweigen und Engel der Vernichtung als Abschluss gespielt, aber auch die erst einen Tag vor dem Kölner Auftritt veröffentlichte neue Single Kettenhund, die sehr hart und bissig über die Rampe kommt. Frontmann Daniel Schulz hat das Publikum von Anfang an im Griff und lässt sich auch vom breiten Bühnengraben im Palladium nicht vom Stagediving abhalten. Die Kombination Unzucht/Eisbrecher passt perfekt und mancher Fan dürfte nicht wegen des Headliners gekommen sein. [Bildergalerie von ‚Unzucht‘ in Köln]

21.25 Uhr: Es wird dunkel und Eisbrecher-Frontmann Alex Wesselsky tritt an ein Rednerpult, um mit Verrückt den eisigen Abend zu starten. Dazu wirft er Eisbrecher-Banknoten in Richtung Publikum, die von den Fans begeistert aufgesammelt werden. Es folgt eine bunt gemischte musikalische Reise durch sechs verschiedene Alben aus den vergangenen Jahren. Auch Eisbrecher verlässt sich auf bewährte Songs wie Amok mit allen Musikern an den Pauken, Himmel, Arsch & Zwirn und Miststück – mit einem sehr lautstarken Publikum. Andererseits fehlen beliebte Stücke wie Schwarze Witwe oder die letzte Single Rot wie die Liebe. Ungefähr zur Hälfte des Konzerts spielen Wesselsky und Co. Wir sind Gold, das speziell für Eisbrechers Goldene Schallplatte (Die Hölle muss warten) geschrieben wurde. Passend dazu regnet goldener Glitter von der Bühne. Volle Kraft Voraus, das Tourmotto, leitet den Zugaben-Block ein. Nach insgesamt 20 Songs geht eine Megaparty zuende. Wie immer werfen Noel Pix, Achim Färber, Rupert Keplinger, Jürgen Plangger und Alex Wesselsky kleine Stoffeisbären ins Publikum. [Bildergalerie von ‚Eisbrecher‘ in Köln]

Fazit: Eine perfekte, sehr imposante Show mit großartigen Lichteffekten und einer gut gelaunten Band. Ein Konzert-Abend, der von Eisbrecher selbst nur schwer zu übertreffen sein wird.
-Claudia Finke