Review: Status Quo in Hof 2013

Spielfreude pur - Status Quo mit 'Vorband' Uriah Heep auf Tour

Hammersmith oder Hof? Die unverwüstlichen Riff-Raff-Boogie-Könige Francis Rossi und Rick Parfitt können es sich derzeit raussuchen. Spielen wir mit „Frantic Four“, der Ur-Formation von Status Quo, oder gehen wir mit der aktuellen Band auf Tour?

Status Quo Okay. Die Wiedervereinigung der klassischen Besetzung mit Alan Lancaster und John Coghlan ist schon auf der DVD der Hammer. Stimmung pur, nassgeschwitzte Fans, und es wird mitgesungen, was das Zeug hält. Das auf der Bühne mal ein, zwei oder drei musikalische Dinge nicht so funktionieren – Schwamm drüber, der Spaß steht schließlich im Vordergrund.  Achtung: die Frantic Four“ kommen am 18. (Berlin), 19. (Oberhausen), 21. März (Stuttgart) 2014 nach Deutschland. Wohl letztmals.

Was will das Quo-Herz mehr

Status Quo Bleibt also doch Hof. Das aktuelle Line-Up mit Andrew Bown (Keyboards, Guitar, Harmonica, Bass, Vocals, Songwriting), immerhin Bandmitglied seit 1976, John ‚Rhino‘ Edwards (Bass) und dem neuen Drummer Leon Cave, der Francis Rossi schon bei seiner „One Step At A Time“ Solo Tour in 2010 begleitete, brachte beim Gig in der Freiheitshalle außer einer faszinierenden Light-Show wenig Neues. Schwamm drüber, schließlich steht auch hier der Spaß im Vordergrund. Spielfreude pur, Hit reiht sich an Hit, von Caroline“ bis Bye Bye Johnny – was will das Quo-Herz mehr.

Status Quo Gut 30 Alben, 120 Millionen verkaufte Platten, mehr als 6000 Konzerte und seit fast 50 Jahren im Rock’n’Roll-Geschäft: Status Quo gehören zu den langlebigsten Bands der Welt, und können deshalb auf eine bewegte Karriere zurückblicken. Geblieben ist das sympathische Auftreten und der stampfende Boogie-Rock, der auf keiner Party fehlen darf. Status Quo for ever. Gut, Looking Out For Caroline und Go Go Go aus dem aktuellen „Bula Quo“-Klaumauk-Krimi, der im Urlaubsparadies der Fidschis gedreht wurde, wollten zwar die wenigsten hören, doch der Rest des mitreißenden Programms war wie immer das Eintrittsgeld wert.

Status Quo Da war doch noch was: Ältere Fans waren begeistert vom neuen Drummer Leon, der Druck ohne Ende machte. Die Begeisterung, mit der Quo auf der Bühne zu Werke ging, merkte man den Fans in der Freiheitshalle leider nicht an. Selten so ein langweiliges Publikum gesehen und gehört. Die meisten, so hatte man den Eindruck, gehen zum ausgelassenen Feiern wohl lieber in den Keller. An der Band hat es auf alle Fälle nicht gelegen. Ihr gute-Laune-Boogie steckt noch immer an. [Bildergalerie von ‚Status Quo‘ in der Freiheitshalle Hof]

Rock-Formation mit enormer Spielfreude

Uriah Heep Uriah Heep als Opener war so ne Sache. Der Sound war manchmal schwammig und vor allem zu laut. Die Truppe selbst, nur noch durch Gründungsmitglied Mick Box an der Gitarre vertreten, war gut eingespielt, zeigte enorme Spielfreude. Okay, 1970er Rock. Die progressive Rock-Formation brachte vor allem mit Easy Livin, Sunrise, July Morning und anderen unsterblichen Hits die Freiheitshalle zum Beben. Bernie Shaw erwies sich nach wie vor als Frontman, den man sich wünscht. Gestenreich, kontakfreudig, stimmlich unheimlich gut drauf.
Der Hammer aber war Lady in Black. Hierbei wurden Band und Publikum zu einer Einheit.
[Bildergalerie von ‚Uriah Heep‘ in der Freiheitshalle Hof]

Fazit: Auch sogenannte Oldie-Bands lassen es heutzutage noch richtig krachen und degradieren aktuelle Bands erst recht als One-Hit-Wonder. Vier Jahrzehnte oder mehr Jahre weltweit in Sachen Rock-Musik unterwegs – das muss den Bands Uriah Heep und Status Quo erst einmal jemand nachmachen.

-Detlef Gsänger